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Kulinarik

Bayern fleischlos? Eine kulinarische Provokation aus München

Ein Wirtshaus streicht Schweinebraten von der Karte. Die Reaktionen sind heftig.

Andreas Lindner · 25. April 2026 · 7 Min.

Bayern fleischlos? Eine kulinarische Provokation aus München

Im Glockenbachviertel hat ein 137 Jahre altes Wirtshaus etwas getan, was viele für unmöglich hielten: Es hat Schweinebraten, Haxe und Leberkäse von der Karte gestrichen. Komplett. Über Nacht. Ohne Vorankündigung. Stammgäste, die seit 30 Jahren jeden Donnerstag dort essen, fanden plötzlich eine andere Welt vor.

Statt dessen: Bratlinge aus Lupinen, „Obatzda" aus Cashewkernen, eine Brezn-Suppe ohne Brühe — dafür mit fermentiertem Hefe-Sud, der nach drei Tagen Reife einen „erstaunlich umami-ähnlichen Charakter" entwickeln soll. Die Stammgäste? Zur Hälfte empört. Zur Hälfte fasziniert. Und ein Drittel, das offiziell nicht mitzählt: heimlich begeistert.

Die Bild-Zeitung schickte einen Reporter. Der bayerische Heimatminister äußerte sich „besorgt". Auf Instagram explodierten Hashtags wie #Schweinebraten4Ever und #NeuesBayern. Innerhalb von zwölf Tagen tauchten 38.000 neue Follower auf dem Profil des Wirtshauses auf — und mit ihnen kamen Reservierungen aus der Schweiz, aus Wien und sogar aus Berlin.

Was viele nicht wissen: Der Schritt war keine Marketingidee, sondern das Ende eines 18 Monate langen Familiendramas, das beinahe das gesamte Erbe der Familie Mittermeier zerstört hätte.

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