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KI in deutschen Kliniken: Wo sie schon heute Leben rettet

Eine Bestandsaufnahme zwischen Hype und harter Realität.

Dr. Jonas Welz · 26. April 2026 · 10 Min.

KI in deutschen Kliniken: Wo sie schon heute Leben rettet

An der Berliner Charité hat eine KI in einem konkreten Fall einen seltenen Tumor 11 Monate früher erkannt als die behandelnden Ärzte. Es ist kein Einzelfall mehr. Eine ShadeDrift-Recherche in 47 deutschen Kliniken zeigt: An 31 Standorten ist KI bereits Teil der täglichen Diagnostik — meist in der Radiologie, zunehmend aber auch in Pathologie und Notaufnahme.

Was viele nicht wissen: An mindestens vier deutschen Universitätskliniken existieren mittlerweile sogenannte „KI-Boards", in denen Ärzte die Empfehlungen der Algorithmen besprechen — vergleichbar mit den seit Jahren etablierten Tumor-Boards. Die Sitzungen sind nicht öffentlich, die Ergebnisse fließen aber in die Behandlungsentscheidungen ein.

„Die Sorge, dass Maschinen uns ersetzen, war von Anfang an falsch", sagt Prof. Dr. Karim Saleh, Chefarzt einer großen Diagnostikabteilung in Köln. „Die richtige Frage lautet: Wie ergänzen sie uns — und wie stellen wir sicher, dass wir die Verantwortung behalten."

Die Patientenseite reagiert gemischt. In einer Befragung von 1.420 Patienten gaben 62 % an, eine KI-gestützte Diagnose „grundsätzlich zu begrüßen" — sofern ein menschlicher Arzt die finale Entscheidung trifft. 14 % äußerten erhebliche Vorbehalte.

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