Print is back: Warum junge Leser wieder Papier kaufen
Magazine erleben in Deutschland eine überraschende Wiederbelebung.

Es klingt wie aus der Zeit gefallen: Junge Menschen unter 30 kaufen wieder Magazine. Nicht digital. Auf Papier. Der deutsche Verlegerverband meldet ein Plus von 14 % im Premium-Print-Segment — der höchste Wert seit 2008. Besonders erstaunlich: Der Boom kommt nicht aus den großen Verlagshäusern, sondern aus winzigen, oft selbst finanzierten Independent-Publikationen.
In Berlin-Schöneberg gibt es seit Februar einen reinen „Magazine-Salon", in dem ausschließlich gedruckte Hefte verkauft werden — über 400 verschiedene Titel aus 23 Ländern. Inhaberin Marlene Sauer berichtet, dass ihre durchschnittliche Käuferin 26 Jahre alt ist. „Die Leute kommen, weil ihnen der Bildschirm überdrüssig geworden ist."
Der Trend hat auch eine ökonomische Logik: Während die digitale Werbung an Wert verliert, sind Premium-Print-Anzeigen wieder gefragt. Eine ganzseitige Anzeige in einem hippen Berliner Magazin kostet zwischen 4.800 und 12.000 Euro — und ist oft auf Monate ausgebucht.
Lesen Sie weiter mit ShadeDrift Premium
Volle Recherchen, exklusive Interviews und alle Hintergründe — werbefrei. Bereits ab 10 € im Monat.
Jetzt freischalten Abo-Übersicht