Deutsche kaufen Portugal: Der stille Run auf die Algarve
Ein Phänomen, das ganze Dörfer verändert — und Konflikte schürt.

Vorne das Meer, hinten die Hügel — und mittendrin: deutsche Käufer. Die Algarve, einst Paradies britischer Rentner, wird seit Anfang 2025 von einer neuen Welle erfasst. Daten der Notarkammer Lissabon, die ShadeDrift exklusiv vorliegen, zeigen: 41 % aller ausländischen Immobilienkäufe gehen aktuell an Deutsche. Vor drei Jahren waren es noch 14 %.
In Dörfern wie Aljezur, Carrapateira oder Burgau ist die Veränderung mit bloßem Auge sichtbar. Bäckereien stellen deutsche Schilder auf. Die Wochenmärkte bieten Roggenbrot an. Ein 78-jähriger Fischer, den wir an der Hafenmauer von Sagres treffen, sagt knapp: „Es ist nicht mehr unser Dorf." Pause. „Aber meine Rente lebt davon."
Die Preisentwicklung spricht eine ähnlich klare Sprache: Im Hinterland der Algarve sind die Quadratmeterpreise innerhalb von 18 Monaten um durchschnittlich 34 % gestiegen. In drei Küstenorten sogar um über 60 %. Junge Portugiesen, die ShadeDrift gesprochen hat, berichten, dass sie für die Häuser ihrer eigenen Großeltern nicht mehr aufbringen können.
Das Phänomen hat einen Namen bekommen: „Algarvisierung". In Lissabon und Porto wird darüber kontrovers diskutiert. Eine kleine Bürgerinitiative in Lagos hat im Februar erstmals offen demonstriert — mit Schildern auf Englisch, Portugiesisch und Deutsch.
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